Neuseeland Nordinsel

ganz anders als geplant…

Die Überfahrt mit der Fähre zur Nordinsel war trotz schlechtem Wetter und wenig Sicht super schön! Delphine habe ich zwar nicht gesehen, aber einen Seehund der im Wasser gespielt hat. Da fällt mir auch wieder ein, dass ich ganz vergessen von den Seehunden im Able Tasman Park zu berichten. Es ist kaum zu glauben, wie verspielt und vergnügt diese Tiere auch in der freien Natur sind. Klar sieht man auch mal andere Tiere in der Natur spielen, aber Vanessa und ich haben bestimmt eine Stunde dort gestanden und nichts gemacht, außer ihnen zuzusehen. Solche Momente kann man gar nicht mit Worten beschreiben! Aber ich glaube es sind die verspieltesten Tiere, die ich jemals in der freien Natur beobachtet habe.

Für die Nordinsel hatte ich mir wirklich mal so was wie einen groben Plan zurechtgelegt. Man rechnet ja nicht damit, dass das alles funktioniert, aber dieser Plan war vollkommen unnötig. Eigentlich hatte ich vor 2 Berge zu besteigen und einen Track um einen See zu Wandern, wobei mir aber das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte.

Außerdem habe ich festgestellt, dass Trampen unheimlich viel Spaß macht und nichts läuft, wie man es sich vorgenommen hat. Sondern meistens besser. Ich habe mir nur ein Schild nach „Norden“ gebastelt. Um dann zu schauen, wo ich zuerst lande. Am zweiten Tag habe ich David aus den USA kennen gelernt. Der war auch alleine unterwegs und trampte schon deutlich länger als ich. Er hatte die ganze Südinsel als Tramper bereist. Als er mich an der Straße stehen sah, dachte er sich, dass es für ihn als Mann einfacher sei eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen, wenn er mit einer Frau gemeinsam trampt. Grundsätzlich macht das Warten zu zweit auch viel mehr Spaß. Wir verstanden uns jedenfalls auf anhieb so gut, dass wir im Endeffekt eine Woche gemeinsam gereist sind. Am ersten Tag kamen wir in die Nähe vom Mt. Tongariro. Der Berg „Mordor“ aus Herr der Ringe, den ich unbedingt hoch wollte. Allerdings war das Wetter so schlecht, dass wir 2 Tage hätten warten müssen.

Abends im Hostel lernten wir 4 Niederländer kennen. Die uns jeweils anboten uns am folgenden Tag mitzunehmen. Während wir spontan entschieden alle gemeinsam zu kochen und den Abend mit Kartenspielen zu verbringen, entschieden wir uns, am nächsten Tag mit Anouke und Siebren weiter zu reisen. Nils und Jonas hatten einen anderen Tagesplan und so trennten wir uns am nächsten Tag schon wieder von den beiden. Lustiger Weise trafen wir sowohl Anouke und Siebren, als auch Nils und Jonas an ganz unterschiedlichen Orten auf der Nordinsel wieder. Hätte mir das jemand erzählt, hätte ich so viel Zufall für unmöglich gehalten. Aber manchmal ist die Welt verdammt klein! Anouke und Siebren sind uns auf dem Hot Water Beach über den Weg gelaufen und Nils und Jonas haben mich später in Northland entdeckt, als ich gerade ein Eis essen war. Dann war ich noch zum gleichen Zeitpunkt wie Nils und Jonas am Flughafen in Auckland und Anouke und Siebren habe ich, dann aber geplant, auf Bali auch noch mal wieder getroffen.

Aber noch bin ich erst am zweiten Tag der Nordinsel. Insgesamt hatte zwar schon so einige Vulkanische Hotpools oder heiße Quellen auf der Welt gesehen, aber noch keinen warmen Wasserfall! Mega beeindruckend, wie warm das Wasser war.

Anschließend fuhren wir zu Wai-O-Tapo (einer Vulkanlandschaft mit vielen eklig stinkenden Schwefellöchern). Auch das war natürlich nicht geplant, aber sehr cool, weil ich noch nie so intensive Farben in Vulkanlandschaften gesehen habe. David, der mal im Yellowstone national Park in Amerika gearbeitet hat meinte, dass es sehr ähnlich (nur kleiner) sei. Von den Bildern dachte ich zuerst, dass sie bearbeitet sein müssen, allerdings waren die echten Farben sogar kräftiger, als auf den Werbebrochüren. Nach diesem Tag trennten wir uns auch von Anouke und Siebren und machten uns wieder zu zweit auf den Weg. Wir wollten bis zur Nordost Küste, was normaler Weise an einem Tag kein Problem gewesen wäre. Doch unsere dritte Mitfahrgelegenheit waren Peter und seine Freundin, die uns im Auto als erstes ein Bier anboten, bevor sie versuchten sich ins Hobbitland zu schleichen. Wir parkten etwas weiter weg, um über die grünen Hügel zu spazieren. Nachdem der fünfte Touristenbus an uns vorbeifuhr und offensichtlich stoppte, um uns zu beobachten, war aber klar, dass wir eine Strafe zahlen müssten, wenn wir so nah kamen, dass wir es von weitem hätten sehen können. Ich wollte zwar kein Spielverderber sein, aber es wäre dumm gewesen weiter zu gehen. Und als ich umkehrte kamen die anderen doch mit. Peter und Saori boten uns an, uns später nach Norden zu bringen. Sie wollten noch kurz zu Peters Onkel in der Nähe. Und so saßen wir wenig später mit einigen coolen Leuten und einem Bier zusammen und spielten Billard. Kurz darauf wurden es immer mehr Leute, weil ein Geburtstag gefeiert wurde. Da David zufällig auch Geburtstag hatte, wurde er gleich mit eingebunden und es wurde einfach eine zweite Kerze mit auf den Geburtstagskuchen gestellt. David hätte niemals damit gerechnet so eine coole Geburtstagsparty im Urlaub geboten zu bekommen, aber es war für alle anderen selbstverständlich beide gleichermaßen zu feiern und alle hatten sehr viel Spaß. Es wurde immer später bis Peter und Saori gegen 12 nach Auckland fuhren. Da sie uns dann um 2 h an der Straße abgesetzt hätten, wo wir hin wollten, fragte Peter seinen Onkel, ob wir dort schlafen können, um am nächsten Tag auf eigene Faust weiter trampen. Neuseeländer sind da sehr unkompliziert. Irgendwo ist immer genug Platz zum Schlafen.

Am nächsten Tag machten wir uns also wieder auf den gleichen Weg vom Vortag. Immer noch mit dem Ziel Hot Water Beach. Und schon wieder hatten wir beim Trampen das Glück Nick kennen zu lernen. Der war selber auf dem Weg zum hot water Beach, um fremden Menschen zu zeigen, wie man einen guten Pool baut. Die meisten Pools sind zu heiß oder zu kalt und viele Touristen gehen orientierungslos über den Strand, ohne zu wissen wo sie anfangen sollen. Nick benutzt eine schöne Methode, bei der er einen Kaltwassergraben und einen Warmwassergraben um den Pool herum gräbt. Das heiße Wasser hat 68°… Mit den beiden Gräben kann man immer wieder das richtige Wasser zumischen, um die perfekte Temperatur zu halten. Nick liebt den Beach und fährt oft einfach nur los, um Menschen zu helfen.

Nick fragte uns ob wir Lust hätten morgens zum Sonnenaufgang mit ihm dort zu sein, da er gerne Fotos von einem Pool im Sonnenaufgang machen würde. Wir könnten dann natürlich bei ihm schlafen, weil wir dann ja früh los müssen. So hatten wir schon wieder eine Unterkunft umsonst.

Als wir gerade noch im Hotpool lagen, spazierten plötzlich Anouke und Siebren an unserem Pool vorbei. Es war absoluter Zufall, dass wir zur gleichen Zeit dort waren und uns auch noch getroffen haben. Nick lud sie gleich mit ein und so waren wir schon zu viert bei ihm. Im Endeffekt kamen noch drei andere Mädels dazu, mit denen wir noch bis nachts unter Sternenhimmel im Hotpool lagen. Das war unbeschreiblich schön! Draußen wurde es schon kühl, aber in einem heißen Pool unter dem Sternenhimmel zu liegen war einmalig!

Nick hat uns nur seine Adresse gegeben und uns gesagt, dass der Schlüssel unter der Fußmatte liegt. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Vertrauen die Neuseeländer zu jedem haben. Obwohl Nick uns eigentlich nicht kannte, meinte er wir können jeder Zeit in seine Wohnung. Und abends hat er noch für uns gekocht, als wir bei ihm ankamen. Morgens ging es um 5h wieder zum hot water beach. Nick musste um 8 zur Arbeit, so dass er uns sagte, wir sollen alleine zu ihm zurück fahren und es uns in seiner Wohnung gemütlich machen. Nachdem wir zum Sonnenaufgang wieder in einem Pool gechillt hatten (ja auch ich kann mal chillen… für alle die das nie glauben würden) trennten wir uns von den anderen. David und ich wollten weiter zur Cathedral Cove. Anschließend fuhren wir zurück zu Nick. Da wir ja morgens schon gechillt hatten, brauchte ich später allerdings wieder Bewegung. Da gab es einen kleinen 300m hohen Minivulkan, auf den wir kurz hoch flitzten und einen grandiosen Spielplatz. Falls ich gerade doppelt schreibe, wie toll Spielplätze in Neuseeland sind, ist das durchaus berechtigt. Die sind durchaus auch für ältere Kinder konzipiert und nicht wie in Deutschland nur für junge Kinder. Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie neuseeländische Väter bei der Konstruktion darauf achten, dass die Kleinen beschäftigt sind, während sie selber spielen…

Wir hatten Nick erzählt, dass wir am nächsten morgen weiter nach Auckland wollen, weil David einen Tag später zurück in die USA fliegen musste. Als Nick nach hause kam, fragte er uns ob wir schon einen genauen Plan hätten. Ansonsten hätte eine Mitfahrgelegenheit, die uns um 10h bei ihm abholen und uns direkt nach Auckland bringen würde! Unfassbar! Wir mussten uns nicht mal ums Trampen kümmern.

Auf dem Weg nach Auckland bekam ich dann jedoch einen kleinen Schock. Carlos von der Südinsel hatte mich zwischendurch gefragt, wo genau ich bin und mir geschrieben, dass er ein langes Wochenende hätte. Obwohl er zwar sehr nett ist, hatte ich ehrlich gesagt wenig Lust mit ihm zu reisen, weil ich wusste wie anstrengend es würde. Außerdem habe ich ihm ganz klar und deutlich geschrieben, dass er sich keine Hoffnungen bei mir machen soll. Wenn er zur Nordinsel möchte, soll er seinen eigenen Urlaub Planen und dann können wir uns gerne mal treffen. Nach dieser Nachricht habe ich nichts mehr von ihm gehört und bin davon ausgegangen, dass sich das erledigt hätte. Während wir gerade nach Auckland fuhren, bekam ich dann nur eine Nachricht: „Ich bin in 4 Stunden in Auckland. Wo bist du denn gerade?“ Auch das war absoluter Zufall, weil ich nach den letzten Infos, die Carlos hatte eigentlich in Hamilton gewesen wäre.

In Auckland bot er mir an, ein Auto zu mieten. Allerdings war sein Führerschein gerade noch beim Amt, weil dieser von Spanisch auf Englisch übersetzt werden musste. Daher könne er zwar ein Auto Mieten, aber bräuchte mich als Fahrer. Wenn man es so betrachtet eine Win-Win-Situation, weil ich nicht ewig lange an der Straße stehe, um auf Mitfahrgelegenheiten zu warten und er auch die Möglichkeit hat durch Northland zu reisen. Dass wir mit den Aktivitäten gute Kompromisse für uns beide finden würden war auch klar. Unklar für mich war daher nur, wie anstrengend es mit jemandem werden kann, von dem ich weiß, dass er sich Hoffnungen macht, auch wenn man ganz deutlich darüber gesprochen hat. Da er nun schon extra nach Auckland geflogen war, wagte ich mal das Experiment einzugehen. Ich war mir sehr sicher, dass er mich nie ohne meinen Willen anfassen würde, aber ich war auch oft schon nur von seinen Blicken genervt. Ich sprach mit ihm darüber mich bitte nicht so anzustarren, was mal mehr und mal weniger gut funktionierte.

Den ersten Tag blieben wir auf jeden Fall in Auckland. David und ich hatten geplant uns mit Peter (unsere Mitfahrgelegenheit zum Hobbitland) zu treffen und feiern zu gehen. Dazu nahmen wir Carlos einfach mit. Ich war überrascht, wie wohl er sich unter all den jungen Leuten im Club gefühlt hat und dass er nicht permanent in meiner Nähe war. Wir starteten mit einer Gruppe von etwa 15 Leuten. In unterschiedlichen Clubs verlor man immer den ein oder anderen, so dass wir uns am Ende zu fünft auf den Rückweg zum Hostel machten. Alles in allem ein ziemlich cooler Abend!

Am nächsten Tag dauerte es dann etwas länger, bis wir uns auf den Weg machten. Außerdem war Vormittags nur 500m weiter noch ein indisches Streetfood-Festival. Carlos liebt essen und dementsprechend wollte er nahezu alles probieren. Es kann ja schön sein, viel zu probieren, aber wenn jemand dauerhaft versucht einem mit essen eine Freude zu machen, wird es spätestens nach drei Tagen echt anstrengend. Und wenn sogar ich langsam Ekel vor zu viel Essen entwickle, soll das schon was heißen. Merkwürdiger Weise, hatte Carlos trotz der permanenten Fresserei eine relativ gute Kondition. Das hatten Vanessa und ich zum Glück vorher schon festgestellt. Und so machten wir am ersten Tag zumindest einen schönen Hike. Obwohl auch Autofahren in Northland Spaß macht. Es ist zwar Landschaftlich nicht ganz so schön, wie die Südinsel, aber trotzdem so schön, dass das Fahren noch Spaß macht. Oft haben wir auch einfach kurz an irgendeinem kleinen Ministrand angehalten, zu dem ich sonst nie gekommen wäre.

Die erste Nacht haben wir direkt am Strand gecampt. Ich bin dann morgens um 5 aufgestanden und zum Sonnenaufgang am Strand spazieren gegangen. Das ist etwas, was ich unheimlich liebe und am liebsten alleine mache.

Als nächstes fuhren wir zu einem meiner absoluten Highlights, den Abbey Caves. Darin leben Insekten, deren Larven leuchten. Es sieht aus wie unter einem Sternenhimmel zu stehen. Wer mal nach Neuseeland fährt sollte sich das nicht entgehen lassen. Es gibt ganz viele nicht touristische Höhlen in die man erstens um sonst rein gehen kann und zweitens sind nur wenige andere Menschen da. Sie haben mir so gut gefallen, dass wir später auf dem Rückweg noch mal in eine andere Höhle mussten! Sie sind einfach so schön, dass ich wirklich einen drang danach hatte, ein zweites mal in eine der Höhlen zu gehen. Auch wenn es vielleicht ganz alleine am schönsten gewesen wäre.

Der weitere Weg nach Norden war sehr lang, mit viel Fahrzeit und schönen Landschaften, bis wir zwei Tage später in den großen Sanddünen im Norden ankamen. Ziemlich nebenan, war der Coastal Treck am nördlichsten Punkt Neuseelands. Die ganze Gegend ist Nationalpark und hat für die Maoris eine wichtige Bedeutung, weil alle Seelen eines verstorbenen durch einen Bestimmten Felsen in eine andere Welt übergehen. Carlos erklärte mir einiges über die Maori Kultur.

Wir blieben hier 2 Tage und gingen den Te Paki Costal Treck in zwei unterschiedliche Richtungen. Zwischendurch fand ich einen Strand mit einer etwa 200 m hohen Steilküste, zu dem ich leider wirklich nicht hinunter gekommen bin. Beim ersten Versuch bin ich etwa ein Drittel hinunter gekommen, musste dann aber feststellen, dass es ohne Seil oder ohne Boot wohl keinen Weg zu diesem Strand gibt. Es war eine schöne Herausforderung. Ich versprach Carlos natürlich nur so weit zu klettern, wie es sich sicher anfühlte und probierte noch andere Möglichkeiten und Wege. Irgendwie reizte mich der Strand und ich musste permanent daran denken. Von der nächsten Bucht aus suchte ich einen Weg über die Felsen, was aber auch nicht möglich war, weil die Wellen zu stark gegen die Felsen schlugen, als dass man hätte schwimmen können. So musste ich letzt endlich enttäuscht aufgeben. Dafür fand ich einen anderen einsamen Strand. Dieser war sogar so leicht erreichbar, dass auch Carlos sich dabei wohl fühlte. Als ich nur wenige Minuten später meine erste heile Paua shell fand und freudestrahlend über den Strand hüpfte gab Carlos dem Strand aus Spaß den Namen „Hammy-Beach“. Als wir weiter gingen fanden wir noch drei weitere heile Muscheln und ich strahlte von einem bis zum anderen Ohr. Inzwischen hatten wir eine Challenge gestartet, wer am meisten Muscheln findet. Auf dem Rückweg wollte ich eigentlich nur pinkeln gehen und bin noch mal um eine Ecke gegangen. Dadurch hatte ich einen anderen Winkel auf den Strand und sah es an ganz vielen Ecken glitzern. So fand ich dann plötzlich noch 42 weitere Muscheln!!! Einige sortierte ich direkt am Strand aus, aber die meisten schleppte ich erst mal mit, weil ich mich ehrlich nicht entscheiden konnte. An unserem Campground schmiss ich dann die Hälfte der Muscheln am Strand wieder ins Wasser. Irgendwelche anderen Leute werden sich enorm freuen, wenn sie die Muscheln finden! Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie andere Leute mit ähnlich leuchtenden Augen die Muscheln finden.

Den nächsten Tag waren wir auf der anderen Seite des Coastal Trecks, wo wir an einen sehr langen Strand kamen. Auf dem Hinweg war das Wasser gerade noch niedrig genug, um direkt am Strand entlang gehen zu können. Auf dem Rückweg ging das dann leider nicht mehr. Zudem hatte ich mich auch schon lange nicht mehr Verletzt. Es kam wie es kommen musste und ich lief barfuß so blöd gegen einen Stein, dass ich mir vermutlich den vierten Zeh gebrochen habe. Genau weiß ich es natürlich nicht, aber an genau diesem Zeh kenne ich das Gefühl eines Bruches leider sehr gut. Naja, da wir aber auch nicht warten oder schwimmen wollten entschieden wir uns für eine Route am oberen Rand der Klippe. Das war mit dem Zeh teilweise extrem schmerzhaft. Ich habe mich gefühlt wie ein Krüppel, der versucht mit zwei Stöckern zur Hilfe direkt durch den Busch zu kämpfen. Aber ich habe auch keinen anderen Ausweg gesehen und mich durch gekämpft. Der Schmerz kam zum Glück immer nur kurz und schubweise, aber drei mal so stark, dass ich stehen bleiben und den Schmerz abwarten musste. So schlimm hatte ich das noch nie erlebt und hätte gerne genau gewusst, was es im Endeffekt war. Nach einer Stunde hatten wir endlich den Wanderweg erreicht, wo ich besser gehen konnte. Am Auto hatte ich dann alles wichtige (Tape und Ibu´s).

Wir hatten eigentlich jeden Abend atemberaubende Sonnenuntergänge und das Cape Reinga (der nördlichste Punkt Neuseelands) war definitiv mein zweites großes Highlight der Nordinsel! Vielleicht lang es auch daran, dass wir zwei Tage das Auto kaum bewegt haben und endlich mal zu fuß unterwegs waren.

Die Situation mit Carlos blieb gemischt. Manchmal war es echt cool und lustig mit ihm, oft ist er mir aber auch tierisch auf die Nerven gegangen. Trotzdem war es sehr interessant für mich. Gerade da ich mich auf der Reise viel mit mir selbst beschäftige, kann man natürlich auch aus negativen Gefühlen viel über sich selbst lernen. Ich musste mich einige male wirklich selbst kontrollieren, um zu Carlos gerecht zu bleiben und ihn so zu tolerieren, wie er ist. Im Endeffekt bin ich ihm trotzdem dankbar, für diese Negativerfahrung, da es mir persönlich viel gebracht hat.

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