Medellin bis Huaraz (30.06.-06.07.)

Die letzte Woche in Kolumbien…

Eigentlich wollte ich mich in Medellin mit einer Kolumbianerin treffen, die ich in Tayrona kennen gelernt hatte. Leider hat es dann mit der Kommunikation immer schlecht geklappt, weil ich erst noch keine genaue Zeit wusste, wann ich in Medellin sein würde und wir daher nur gesagt hatten, wir treffen uns nachmittags. Es war ein ziemliches hin und her und im Endeffekt habe ich lange und oft auf ihre Antworten gewartet. Eigentlich hatte sie mir Angeboten, bei ihr schlafen zu können. Als sie mir aber bei Einbruch der Dunkelheit ihre Adresse noch nicht geschrieben hatte, habe ich schnell ein Hostel in meiner Nähe genommen, weil ich nicht mit meinem großen Rucksack im Dunkeln unterwegs sein wollte. Leider war das Hostel eine sehr schlechte Wahl. Es war mit Abstand das schlimmste Hostel in dem ich war. Der Raucherbereich war offen, so dass der Gestank von Gras bis in die Zimmer zog. Zudem war es das erste Hostel, in dem ich war, in dem Drogen erlaubt waren. Alle anderen Hostels hatten sehr darauf geachtet, dass im Hostel nichts konsumiert wird. Hier wurde ich eher schräg angeschaut, als ich sagte, dass ich nicht rauche. Wie ich später gehört habe ist Medellin wohl für eine bestimmte Art von Joints bekannt…

Außerdem hat an beiden Tagen, die ich da war, jemand versucht den Reißverschluss meiner Tasche zu öffnen. Ich habe es beide male gemerkt, aber hatte von dem Schrecken weiche Knie und habe mich in Medellin danach einfach die ganze Zeit schlecht gefühlt. Auch wenn die Stadt vom Stadtbild her schön ist, habe ich erst mal jeden Menschen für schlecht gehalten und vorsichtshalber mit keinem mehr gesprochen. Obwohl die meisten Menschen die fröhlichen Worte bestimmt echt gemeint haben, konnte ich niemandem mehr vertrauen, nachdem mich der zweite Dieb genauso fröhlich und freundlich angesprochen hat und dann versucht hat meine Tasche zu öffnen. Danach hatte ich meine Tasche vorne vor dem Bauch und die Hand auf dem Reißverschluss.

Normalerweise wäre ich gleich am nächsten Morgen gefahren, aber wollte mich schon noch kurz mit Gina treffen. Wir hatten uns für 16h verabredet und so war ich noch mal in der Stadt unterwegs, weil ich auf sie gewartet habe. Als sie mir um 16:30 schrieb, dass sie noch ihr Auto aus der Werkstatt abholen muss, habe ich mich in den nächsten Bus gesetzt und bin nach Manizales gefahren. Dort kam ich leider wegen Baustellen erst um 2h nachts an und war dann entsprechend fertig. Den nächsten morgen wollte ich auf einen Berg aufsteigen. Aber irgendwann muss man ja auch mal richtig Pech haben. In dem einen Tourbüro war jemand krank, so dass es geschlossen war, ein zweites Büro in der Nähe war ebenfalls geschlossen und das einzige offene Büro war am anderen Ende der Stadt. Also ließ ich die Tour die ich machen wollte telefonisch über das Hostel buchen und konnte dadurch nicht handeln. Für den nächsten Tag waren alle Touren schon voll und ich musste noch einen Tag länger warten. Der Vulkan Nevado Ruíz (5368m) war oberhalb von 4350m wegen vulkanischer Aktivität gesperrt. Da ich von vorn herein gesagt habe ich steige nicht auf einen Berg von dem ich vorher weiß, dass ich nicht auf den Gipfel gehe, habe ich eine andere Tour gebucht. Auf einen etwas niedrigeren Berg 4900m und habe mehrmals nachgefragt, ob die Tour auch wirklich bis auf den Gipfel führt. Es war ein schöner Aufstieg und ich war beim Aufstieg sehr glücklich. Ich habe mich noch sehr darüber gefreut, wie gut ich die Höhe vertrage, als wir in 4700 m am Gletscher ankamen und nach 20 Minuten Pause ein Guide meinte, dass wir uns langsam auf den Rückweg machen. Ich war ich total überrumpelt und meine Laune war sofort entsprechend mies. Ich habe mich gefühlt, als wenn man einen Marathon gelaufen ist und 200m vor dem Ziel sagt: „ach der Weg war so schön, da dreh ich doch lieber um…“ Den Weg bis zum Gletscher hätte ich auch ganz locker alleine laufen können. Eine Tour hatte ich nur gebucht, weil ich nicht alleine auf einen Gletscher gehen würde. Und dann hätte ich nur den Nationalparkeintritt und keine 60 Euro bezahlt. Ich habe noch versucht mit ihnen zu sprechen, um wenigstens etwas Geld zurück zu bekommen, aber das verstanden sie natürlich nicht… Die Guides sprachen kein Englisch und mein Spanisch konnten sie plötzlich nicht mehr verstehen. Naja, in Peru werde ich meine Routen mit Fabian selber planen. Bzw. mit einem Guide vorher ganz genau klären, dass wir nur bei Gefahren oder schlechtem Wetter nicht aufsteigen.

Achso, an dem Tag, den ich gewartet habe, habe ich mir eine Kaffeeplantage und einen Park angeschaut was im Endeffekt auch sehr geil war.

Ich setzte mich wieder abends in den Bus, um weiter nach Santa Rosa zu fahren.

Da ging ich am nächsten Morgen in eine mega geile Therme. Die Thermalbecken waren draußen und wurden nur durch vulkanische Aktivität erwärmt. Im Hintergrund war ein Wasserfall, in dem Man sich abkühlen konnte…

Ich blieb aber nicht sehr lange in der Therme, weil ich diesen Tag gerne mal im Hellen im nächsten Hostel ankommen wollte. Der Vermieter des Hostels musste eh gerade noch in die nächste Stadt, wo ich sonst hätte umsteigen müssen und brachte mich zum Busterminal. 3 Stunden später kam ich wie geplant in Salento an und lernte im Hostel mehrere deutsche kennen. Ich hatte in den letzten vier Wochen nur 3 deutsche getroffen und in Salento hatte ich das Gefühl, dass 80% deutsch waren. Egal wo man lang ging hörte man Leute deutsch reden. Es war doch cool nach 4 Wochen mal wieder sehr entspannt reden zu können und so ging ich mit Max gemeinsam zum Vale de Cocora.

Daas war mega geil! Mein bester Tag seit dem Tayrona National Park und Palomino! Wir sind zuerst einen Treck mitten durch den Djungel gelaufen, dann über einen kleinen Berg auf 3000m, weiter durch eine Landschaft mit den größten Palmen (80m) und zu einer Kolibrifarm. Zwei deutsche Mädels hatten uns gesagt, dass die Kolibrifarm total enttäuschend sei und sich der Weg nicht lohnen würde. Aber bei 1,50 Eintritt, in dem auch noch ein Getränk enthalten war hätten sie noch so schlecht darüber reden können. Ich hätte auch für einen einzigen Kolibri das doppelte bezahlt. Die Kolibrifarm war einfach eine kleine Hütte im Djungel wo es viele Blumen gibt, die die Kolibries gerne mögen und wo sie zusätzlich 4 Futterplätze mit Nektar aufgestellt hatten. Ich wusste vorher nicht wie Farbenprächtig Kolibries sind. Max ist auf einer Bank eingeschlafen und ich habe eine Stunde einfach nur da gestanden und die kleinen Vögel beobachtet. Ich fand es tausend mal besser, dass die Tiere nicht eingesperrt waren, sondern man sie wirklich in der freien Natur sah. Dadurch konnte ich mir wahrscheinlich nicht alle Arten anschauen, aber in der Stunde kamen schon ziemlich viele unterschiedliche und auch einige die man nur seltener sieht. Mit Max gemeinsam standen wir dann auch noch mal eine halbe Stunde dort.

Vermutlich waren die deutschen Mädels deswegen so enttäuscht, weil sie mit der Erwartung da hin gegangen sind, die Vögel in einem Käfig zu sehen. Irgendwie nachvollziehbar, weil unsere Erwartungen von unseren Erfahrungen und Gewohnheiten gelenkt werden, aber schon erschreckend, dass sich Menschen so wenig Gedanken über ihre Gewohnheiten machen, dass sie eingesperrte Vögel für besser als in der Natur angelockte Vögel halten.

Der Tag war einfach super! Und zudem sind wir auch noch mit einem Kamion gefahren, wo ich draußen am Auto stehen konnte, statt im Auto zu sitzen. Abends setzte ich mich schon wieder in den Bus. Diesmal aber wohl für die nächsten 3 Tage. Nach 15 Stunden war ich an der Grenze zu Ecuador, wo ich dann 9 Stunden warten musste, dafür aber später einen Bus ohne umsteigen zur Peruanischen Grenze bekam. Ich hatte mit mindestens drei mal umsteigen gerechnet. Da wären die Neun Stunden genauso drauf gegangen. Und so habe ich ruhe und Zeit etwas am PC zu arbeiten, ein bisschen spanisch zu lernen, mich zwischen den langen Busfahrten zu bewegen und in die Stadt zu gehen. Ich war mega erstaunt, wie günstig der Bus ist! Ich zahlte von Grenze zu Grenze nur 21 Dollar. Das ist nur halb so viel wie in Kolumbien…

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