Guatapé (25.06-29.06)

Ein kleines Landschaftsparadies!

Auf dem Weg nach Guatapé stoppte der Bus und man hörte permanent Sirenen. Es dauerte, ziemlich lange bis ich mitbekam, dass in Guatapé gerade ein Schiff mit 170 Leuten gesunken war. Die Menschen sprachen alle sehr schnell und mein spanisch ist noch zu schlecht, diese Vokabeln zu verstehen. Besonders da man ja, selbst wenn man Brocken versteht, einfach nicht glauben würde, dass das wirklich wahr ist. Geglaubt habe ich es erst, als ich ein Video gesehen habe. Anfangs war die Rede von 3 Toten und ~30 Vermissten. Mittlerweile sind es 39 Verstorbene.  Alle Straßen um Guatapé wurden komplett gesperrt, um die Rettungskräfte nicht zu behindern.

Dementsprechend saß ich in El Penol fest und hoffte an diesem Tag überhaupt noch nach Guatapé zu kommen. Im Endeffekt warteten wir 6,5 Stunden, bis die Straßen wieder geöffnet wurden und dann musste ich nachts noch 30 Minuten im strömenden Regen zum Hostel laufen. Da ich aus versehen zum falschen Hostel gelaufen bin, hatte ich keine Reservation und habe die letzte freie Hängematte bekommen! Das war echt ein anstrengender Tag, bis auf 3 Stunden, die ich in Medellin im botanischen Garten Pause gemacht habe saß ich nur im Bus.

Die Auswirkungen des Unglücks hat man die nächsten Tage überall in Guatapé gesehen. Gedenkstätten mit Blumen, überfüllte Kirchen, vor denen 200-300 Leute standen, die nicht mehr hinein gepasst haben und Fernsehteams.

Die 3 Tage in Guatapé waren für mich wie Urlaub vom Urlaub. Im Hostel gab es einen super schönen Chill out Room mit Yogakursen, den ich auch für mein Handstandtraining nutzen konnte. Ansonsten war ich einfach viel wandern, oder habe einfach nur gelesen. Außerdem war Gemeinschaft hier einfach toll. Den einen Abend haben wir mit 10 Leuten Pizza gemacht und den nächsten Abend Hamburger und man hatte das Gefühl,  alle schon viel länger zu kennen.

Kolumbianische Hunde führen generell ein sehr freies Leben. Einen Tag bin ich gemeinsam mit Nadja wandern gegangen. In Guatapé folgte uns ein Hund, der einfach mit uns mit gelaufen ist. 2 Dörfer weiter sind noch 2 andere Hunde dazu gekommen, die uns folgten. So waren wir eben mal 4 Stunden mit den Hunden unterwegs und als wir auf dem Rückweg an dem Dorf vorbei gekommen sind, sind zumindest die 2 Hunde zum Glück wieder nach hause gegangen. Der Hund aus Guaptapé ist uns bis in eine Eisdiele gefolgt und erst kurz vor dem Hostel umgedreht. Die Hunde waren nicht sehr aufdringlich und haben sich gut mit sich selbst beschäftigt, aber wenn man sich irgendwo hingesetzt hat, haben sie förmlich um Streicheleinheiten gebettelt und ich konnte gar nicht anders als sie zu knuddeln, obwohl ich eigentlich keine daher gelaufenen Hunde anfasse. Aber diese waren vieeeel zu süß!

Nadja spricht nur einige Wörter englisch und ich war sehr beeindruckt davon, wie gut ich mich mit ihr unterhalten konnte. Sie konnte Wörter, die man ihr beschrieb, auch unheimlich gut erraten und sagte mir dann immer die spanischen Wörter dafür. Mit manchen Menschen, wie Nadja kann ich daher echt gut kommunizieren während andere Leute mich manchmal planlos ansehen, auch wenn ich ein Wort echt gut beschreibe. Mit meinem Busnachbarn habe ich es aufgegeben zu kommunizieren, nachdem ich ihm das Wort „Hochzeit“ als ein eintägiges Fest mit vielen Leuten, bei dem Mann und Frau zu Ehemann und Ehefrau werden und die Frau ein weißes Kleid trägt, beschrieben habe und er mich wie ein Auto angeschaut hat. Eine Frau zwei Plätze weiter hat mir dann das spanische Wort gesagt. Mit anderen Beschreibungen, für die ich weniger Wörter hatte brauchte ich gar nicht erst anfangen.

Wir quatschten über viele unterschiedliche Dinge und irgendwann meinte ich, dass ich ein Armband in einem bestimmten Stiel suche und seit 2 Wochen nicht mal ansatzweise etwas ähnliches finde, obwohl es an jeder Straßenecke Armbänder gibt. Nadja schaute sich mein Fußkettchen nur kurz an und meinte, „das ist kein Problem, ich mache dir eins und kann dir auch beibringen, wie du das selber machst“. Also haben wir dann Abends Armbänder geknotet. Jupiduu!! Ich war so glücklich über die neue Technik! Vielleicht habe ich jetzt was tolles für die langen Busfahrten. Aber wahrscheinlich wird mir dabei auch schlecht… naja, ich werde es jedenfalls probieren.

Ich habe euch noch gar nichts von all den geilen Früchten vorgeschwärmt, aber das werde ich jetzt aus Nettigkeit auch sein lassen, sonst habt ihr nach dem Bericht mega Appetit auf die Früchte hier. Momentan ernähre ich mich hauptsächlich von Mangos und unterschiedlichen Maraqujas, Papajas und Früchten deren Namen ich kaum aussprechen kann. Ein einfacher Marktbesuch ist auf jeden Fall schon ein Erlebnis.

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