Florida (10.05-14.05)

Eine neue Aera beginnt!

Das ist kein Spaß, sondern für mich fühlt es sich wirklich so an! Den ersten Schock darüber, dass Rapha bereits eine neue Freundin hat konnte ich besser und schneller überwinden, als ich von mir selber gedacht hätte. Unterbewusst habe ich es schon länger gespürt und es hat mich unheimlich viel Kraft gekostet mir Gedanken darüber zu machen wie ich die Beziehung retten könnte. Das habe ich zwar damals noch nicht bewusst wahrgenommen, aber seit der Trennung spüre ich, wie viel entspannter ich dadurch bin, dass ich endlich Gewissheit habe. Scheinbar war es auch noch ein wirklich günstiger Zeitpunkt für die Trennung. Ich kann mich hier einfach nicht schlecht fühlen. Florida ein Traum! Und Simon ist ein Mensch mit dem ich schon immer viele lustige Ideen hatte und mit dem man einfach nur fröhlich sein kann. Die Frage ist nicht ob man etwas zum lachen hat, sondern über was man sich in der nächsten Stunde als nächstes lustig macht. Nachts hatte ich das Glück, dass es in Deutschland schon morgens war und ich viel Unterstützung von Freunden und Verwandten bekommen habe. Schlafstörungen waren mein einziges Problem. Aber selbst das ist nicht vollkommen verkehrt gewesen, weil ich so in der kurzen Zeit, die ich bei Simon war unheimlich viel machen konnte, was ich mit einem acht stündigen Schlafpensum einfach nicht möglich gewesen wäre. (Auf dem PCT habe ich mit meinem 10 stündigen Schlafpensum vielleicht all meine Energiespeicher dafür aufgefüllt).

Aber erstmal nach Florida zu kommen war nicht so toll. Die Nacht am Flughafen von LA war grauenvoll, weil mich ein Penner permanent geweckt und belästigt hat. Er wollte sich meinen Schlafsack ausleihen…würg… Egal wie freundlich oder böse ich ihm gesagt habe, das ich ihm den niemals geben würde, kam er trotzdem immer wieder an und hat mich insgesamt 6 mal geweckt. Danach konnte ich nicht mehr schlafen, weil ich mittlerweile in einem anderen Bereich des Flughafens war und schon unter Verfolgungswahn litt. Immer wenn jemand um die Ecke kam schrak ich von alleine hoch, weil ich dachte, dass der eklige Penner schon wieder kommt. Das Flughafenpersonal hat ihn zwischenzeitlich bereits drei mal des Flughafengeländes verwiesen. Und dann hat Rapha mir von seiner neuen Freundin berichtet, so dass ich eh nicht mehr schlafen konnte. Ich war heilfroh morgens endlich ins Flugzeug steigen zu können. Und schlief irgendwann einfach vor Erschöpfung ein. Hier wurde ich wenigstens nicht belästigt.

Das erste, was ich auf dem Flughafengelände zu sehen bekam zwei Alligatoren, die in einem See schwammen. Sofort ging es mir etwas besser und ich war wieder am Lächeln. Es war für mich einfach so unrealistisch, dass das hier normal zu sein scheint. Als Simon mich kurz darauf mit einem offenen Cabriolet abholte, strahlte ich übers ganze Gesicht! Ich bin schon ewig nicht mehr offen gefahren, weil ich das Wetter in Deutschland überwiegend schlecht ist, wenn ich mal die Möglichkeit hätte mit Mama oder Mira offen zu fahren.

Simons Wohnanlage ist auch nicht gerade schlecht! Er hat ein Appartment einer Anlage, mit eigenem Pool, Fitnessraum, Computerraum für Studenten, etc. hat.

 

 

 

Am nächsten Tag musste ich Simon mit dem Cabriolet zur Arbeit bringen, damit ich anschließend das Auto nutzen konnte. Wie tragisch… Allein das Fahren war schon Genuss und ich machte mich auf den Weg zu einem Alligatortrail. Dem La Chua Trailhead. Da der Wasserstand gerade sehr niedrig war, habe ich unheimlich viele Tiere sehen können. Teilweise 20-30 auf einmal. Es war so toll, dass ich den ganzen Nachmittag dort verbrachte.

Mir viel auf, dass ich dringend eine neue Sonnenbrille brauchte. Allerdings hasse ich es alleine Sonnenbrillen zu kaufen. Die sehen auf dem Ständer immer anders aus und ich weiß ehrlich nicht was für ein Brillentyp ich bin. In Deutschland trage ich einfach keine. Ich dachte mir nur aus Juchs nach der sechsten Brille, „wenn Simon jetzt hier wäre würde er mir dieses hässliche Ding hier geben…“ setzte die Brille aus Spaß aus und stellte fest, dass sie mir besser stand als alle anderen Brillen, die ich ausprobiert hätte. Mittlerweile bin ich sehr glücklich damit und trage sie auch gerne.

Simon schrieb mir nur, dass ich ihn doch bitte schon etwas eher von der Arbeit abholen könne, (nachdem ich ihn schon etwas später hin gebracht hatte), weil an diesem Tag ein Streetfootfestival in Gainsville war, dass nur einmal jährlich stattfindet. Eigentlich ist es eine Werbeveranstaltung für alle Foodstores. Das Essen ist dort komplett umsonst und man kann alles probieren, was ziemlich fatal endete. Gefühlte 100 kleine Miniportionen ergeben eben auch eine riesige Portion. Das Schlimme daran war das Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise nicht in dieser Reihenfolge kamen, sondern je nach dem wo die Schlangen am kürzesten waren wurde alles bunt gemixt. Und trotzdem schafften wir es nicht alles zu probieren. Es war außerdem sehr spaßig, weil Simons Arbeitskollegen und viele andere Leute natürlich auch da waren, mit denen man die Essenspausen verbrachte. Irgendwie kam mir von den Ärzten das Lied „meine Freundin ist explodiert“ in den Kopf als wir zum Auto gingen.

Für den zweiten Tag in Florida hatte ich gleich 2 Touren geplant, da ich viel zu wenig Zeit bei Simon eingeplant hatte. Also musste ich schon um 5:50 losfahren, um pünktlich um 7 h am Crystal River zu sein, wo ich mit Seekühen schnorcheln wollte. Schon die Fahrt mit dem Boot fing super schön an, weil wir ganz viele Vögel beobachten konnten. Später auf dem Rückweg haben wir sogar einen Adler gesehen! Der Tourguide machte wegen dem Adler aus voller fahrt einen U-Turn, um schneller abbremsen zu können. Das verschaffte uns genug Zeit, um ihn einige Sekunden beobachten zu können. Mir war gar nicht bewusst in Florida Adler finden zu können. Sehr große Vögel gibt es hier eine Menge, was das unterscheiden der Vögel manchmal sehr schwierig macht! Es ist sehr schade, dass ich die meisten nicht benennen kann. 

Wir fuhren lange recht lange mit dem Boot, denn eigentlich bin ich nicht in der optimalen Saison hier. Die Tourguids wissen zwar, an welchen Spots sie noch ein bis zwei Tiere vermuten, aber die muss man erstmal suchen. Ich hatte schon wieder viel Glück! Aus zweierlei Sicht. Erstmal, weil unsere Gruppe nur aus drei Leuten bestand und dann fanden wir gleich am ersten Spott 2 Tiere. Allerdings war das Wasser so trüb, dass man nicht mal einen Meter Sicht hatte, was bedeutete, das man immer nur einen kleinen Teil des Tieres betrachten konnte, weil sie einfach zu groß waren und dass man aufpassen musste nicht gegen sie zu schwimmen, weil sie schon direkt vor einem im Wasser waren, wenn man sie fand.

Wir hatten vorher genaue Verhaltensanweisungen bekommen. Z.B. Das wir uns im Wasser nur ganz leise und ruhig bewegen dürfen, sogar Schwimmbewegungen so gut es ging vermeiden sollten und dass wir die Tiere nur anfassen dürfen. Nur wenn sie sich vor uns auf den Rücken drehen, dann möchten sie gerne den Bauch gekrauelt bekommen. Die meisten Seekühe sind aber so sehr mit fressen beschäftigt, dass sie einen kaum registrieren.

Wir fuhren weiter zu einem anderen Spot, wo das Wasser ein klein bisschen klarer war. Auch Dort fanden wir eine Seekuh. Für mich sah es aus, wie ein ausgewachsenes Tier. Unser Tourguide erklärte uns, dass es ein etwa 4 Monate altes Baby sei, dass ich dann big Baby getauft habe. Das war jedenfalls noch viel neugieriger und verspielter als ältere Seekühe. Einmal kam es auf mich zugeschwommen, knabberte an den Schnüren meiner Schwimmweste und zog mich dabei unter sich. Es fühlte sich an, wie von ihm umarmt zu werden, als es mit seinen Seitenflossen zuerst meine Hüfte nahm und mich unter sich zog. Dann hat es sich auch noch auf den Rücken gedreht, um sich den Bauch kraulen zu lassen. Mein Herz ist quasi dahingeschmolzen, so glücklich war ich danach.

Anschließend fuhren wir noch weiter zu einem anderen Schnorchelgebiet mit kristallklarem Wasser wo wir eigentlich nur ein paar Fische anschauen wollten. In dieser Jahreszeit findet man die Seekühe hier normalerweise nicht mehr. Trotzdem hatte sich eine Seekuh noch dahin verirrt, so dass wir sogar noch das Glück hatten eine Seekuh im klaren Wasser zu beobachten.

Es war irgendwann mittags als wir wieder zurück kamen. Ich setzte mich direkt ins Auto, um zu meiner nächsten Station, den Silver Springs zu fahren. Dort machte ich eine Kanutour auf ebenso kristallklarem Wasser. Ich konnte meinen Blick oft nur schwer nach oben oder vorne richten, weil man unter sich wirklich alles sehen konnte. Jede menge bunte Fische, Schildkröten und Pflanzen. Das war einfach nur beeindruckend. Ich war super glücklich nach diesem Tag und genoss das Leben einfach! Als ich abends aus diesem Park raus gehen wollte, traf ich eine Frau, die mich fragte, ob ich denn die Affen gesehen hätte. Affen??? dachte ich… Die sind mal bei Dreharbeiten für einen Film ausgebrochen und haben sich dann da vermehrt. Naja ich hatte es leider nicht geschafft nach oben zu schauen und habe daher leider keine Affen gesehen.

 

 

 

 

 

 

Abends hatte ich mit Simon einen Tisch bei einem Japaner reserviert, der direkt am Tisch für die Leute gekocht hat. Da war der Tisch um eine große Grillplatte herum, um die etwa 10 Leute saßen. Man bestellte die rohen Zutaten und der Koch hat das Essen direkt vor einem zubereitet. Für alle Leute gleichzeitig! Natürlich mit ein bisschen Show. Das  Essen war unheimlich gut, was aber in Gainsville auch sehr viele Leute wissen. Auch wenn es verhältnismäßig teuer ist, muss man schon ein bis zwei Tage vorher einen Tisch reservieren. Trotzdem haben wir dann noch warten müssen.

Der nächste Tag war auch sehr voll geplant. Eigentlich wollten wir schon um 9 in Orlando im Kennedy Space Centre sein, weil das nur von 9-18h geöffnet war und man gar nicht alles sehen kann, was die da haben. Wir haben leider die Vorträge von echten Astronauten verpasst! Und die Raketenstartrampe war leider schon für Besucher gesperrt, weil Montag eine Rakete starten sollte. Wir hatten den armen Ahmet, einen neuen lybanesischen Kollegen von Simon dabei, der schon so um 15-16 Uhr nicht mehr aufnahmefähig war und ohne uns wahrscheinlich direkt nach hause gefahren wäre. Dementsprechend haben Simon und ich unsere Begeisterung dann doch etwas gedrosselt und nur eins von noch drei restlichen Museen angeschaut. Ich habe dort unglaublich viel gelernt und fand es super interessant! Ich hätte wahrscheinlich auch noch mehr Zeit dort verbringen können. Naja, wir hatten vor danach noch ganz kurz in Orlando die Partymile anzusehen, die auch sehr bekannt ist. Ahmet war zwar nicht begeistert von der Idee, aber da es genau auf unserem Weg lag war er dann doch einverstanden. Wir haben nicht auf die Uhr geschaut, aber da auch Ahmet seinen Spaß dort hatte ist es doch etwas länger geworden. Als wir dann den Parkplatz erreichten sahen Simon und ich in unmittelbarer Nähe einen Slingshot. So eine Kugel in der man sitzt, die mit Gummybändern nach oben geschleudert wird. Von der Idee war Ahmet gar nicht begeistert, ließ aber auch das noch über sich ergehen. Da wir dort allerdings fast eine Stunde warten mussten wurde es auch deutlich später als Simon und ich angenommen hatten. Um halb 1 brachten wir Ahmet dann nach hause, mit der Befürchtung, dass er nie wieder mit Simon irgendwo hin fahren wird.

Sonntag war dann auch schon mein letzter Tag in Florida. Simon hat sehr lange geschlafen und als wir uns dann vormittags unterhalten haben, haben wir gemerkt, dass wir eigentlich sofort losfahren müssen um rechtzeitig noch mit einem Gummyreifen auf kristallklarem Wasser fahren zu können. Das war uns dann zu stressig und wir gingen lieber entspannt Pizzabuffett essen mit Browniebuffett!!! Mega fatal! Mir ging es selten so schlecht nach einem essen, aber die Brownies waren echt mega gut! Oft gibt es in den großen Einkaufsladen so genante Einkaufshilfen für ein angenehmes Einkaufserlebnis. Mit anderen Worten auch einfach elektrische Rollstühle für zu fette Menschen. Wir hatten eigentlich noch ein Rennen damit vor. Die Dinger beschleunigen bestimmt auf 2-3 km/h. In dem Elektrogeschäft wo wir waren gab es aber leider nur normale Rollstühle und so musste Simon mich schieben. Ich habe selten so viel Spaß beim Einkaufen gehabt. Ja und dann ging es leider auch schon wieder nach Orlando zum Flughafen.

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