Bahamas, Nassau (15.05. – 16.05)

Ganz anders als erwartet! Aber auch weniger schöne Erfahrungen gehören zu einer Reise dazu.

Ich habe einfach eine blöde Insel ausgesucht. Als ich auf Nassau ankam stellte ich fest, dass alles nochmal das dreifache kostet, wie in Amerika. Zudem fahren grundsätzlich keine Busse vom Flughafen in die Stadt, so dass ich ein Taxi nehmen musste. Nach etwa 5-10 Minuten fragte der Taxifahrer, ob ich verheiratet sei. Wenn nicht, dann könne ich gerne seine Freundin sein und bei ihm wohnen. Die Bahamas seien ja eh so schön, dass ich da bleiben würde. Mir hat er nicht viel Möglichkeit gegeben überhaupt etwas dazu zu sagen und ich war nur froh stillschweigend den Rest der Fahrt hinter mich zu bringen und aus dem Auto auszusteigen. Allerdings mit einem leicht unwohlen Gefühl, weil er wusste wo ich die nächsten Tage wohne und ich hatte nur ein Zelt im Garten gemietet.

Der Vermieter war super cool. Ein junger Basketballer und Familienvater von 4 Kindern. Bei dem musste ich mich nicht unwohl fühlen, was mich in diesem Moment sehr beruhigte. Ich hatte schon Angst, das dies eine grundsätzliche karibische Mentalität sei.

Am nächsten Morgen machte ich mich einfach mal auf den Weg in die Stadt. Ich habe von so einigen Männern Sprüche zu hören bekommen oder ihre Blicke hinter mir gespürt. Als weiße Frau alleine fühlt man sich zwar nicht bedroht, aber auch nicht wirklich wohl. Obwohl die Sprüche alle noch ganz „nett“ waren.

Ich wollte an den Fährstationen nach den Preisen fragen, um herauszufinden zu welcher Insel ich als nächstes Fuhr und von wo ich mit der Fähre nach Miami komme. Allerdings war das nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Fähre an der ich gerade fragte war deutlich teurer als ich erwartet hatte und außerdem fuhr sie keine der Inseln an, auf die ich als nächstes gewollt hätte. Die Tagestour zu den schwimmenden Schweinen wurde von einer anderen Fähre angefahren und kostete 400 Dollar für einen Tag. So locker ist mein Budget dann leider doch nicht. Nassau selber hat nicht mehr zu bieten, als Programm für einen Tag. Daher beschloss ich am Abend meines ersten Tages schon lieber nach Miami zurück zu fliegen.

Nachdem ich an der Fährstation war, fing es ohne Vorwarnung an heftig zu regen, so dass ich mich einfach nur bei der nächsten Möglichkeit unterstellte. Solange ich nicht duschen wollte, hatte ich keine Möglichkeit dort weg zu laufen und da ich meine Kamera nicht Wasserdicht verpackt hatte, wollte ich das nicht versuchen. Ein Typ (dessen Namen ich schon vergessen habe) der ebenfalls dort Stand, erzählte mir wie super doch die Mall von Nassau sein und das er mir die schönsten Ecken der Stadt zeigen könne. Insgesamt machte er einen netten Eindruck und ich fand keine Ausrede mir die Stadt ohne ihn anzusehen. Außerdem war es ja nicht verkehrt, dass er sich mit den Bussen auskannte. Pläne oder so was gab es hier nämlich nicht. Danach hatte ich schon gefragt. Als der Regen nach einer Stunde endlich weniger wurde gingen wir zu der Busstation. Es war total krass zu sehen, dass viele Straßen 30 cm unter Wasser standen und die Autos dadurch fuhren als sei es normal, dass das halbe Auto im Wasser verschwand. Abschüssige Straßen wirkten wie ein Bach, weil das Wasser in Strömen hinunter floss. Das war echt beeindruckend. Es sah aus, als wäre ich gerade in einem Überschwemmungsgebiet.

Naja, die Mall war dann allerdings ein stink normales Einkaufszentrum und ich wollte gerne dahin zurück, wo ich vorher war. Wir waren nur 5 Minuten und auch nur eine Straße gerade aus gefahren. Daher dachte ich den Weg zurück gehen zu können, um gleichzeitig etwas mehr von der Stadt zu sehen. Der Typ wurde mittlerweile etwas komisch. Er sagte, dass er mich lieben würde und wurde aggressiv, wenn irgend jemand mich ansprach. Außerdem redete er oft einfach so schnell und undeutlich, dass ich ihn echt schwer verstand und permanent nachfragen musste. Plötzlich hielt er an und meinte eine Freundin von ihm würde dort wohnen. Zuerst stritten sie sich und zwar so, dass ich kein Wort verstehen konnte. Dann kam sie nach draußen, um mit mir zu reden. Sie sagte mir, dass ich dort nicht zu fuß unterwegs sein sollte und schon stritten sie sich erneut, weil der Typ der Meinung war mich zu beschützen. Sie erzählte mir einiges über Nassau, dass sie letzten Oktober einen schweren Orkan hatten (die Verwüstungen waren auch nicht zu übersehen), dass nicht alle Gebiete der Stadt sicher waren und dass ich gefälligst den Bus nehmen solle. Sie war Anwältin und gab mir ihre Nummer mit der Bitte mich abends zu melden, wenn ich gut zu hause angekommen sei. Dadurch wurde mir das erst mal bewusst vorsichtiger sein zu müssen, wo und wie ich mich bewege. Als wir wieder gingen und ich Ausschau nach dem nächsten Bus hielt meinte der Typ, dass ich ein vollkommen falsches Bild von den Bahamas kriegen würde, wenn ich seiner Freundin glaube und das es definitiv nicht so schlimm sei wie sie sagte. Da trafen wir gerade Rodney. Der Typ sprach mit ihm damit dieser mir auch sagte, dass die Bahamas viel sicherer seien. Rodney versuchte grundsätzlich erst mal die Situation hinterfragen, warum ich überhaupt mit ihm unterwegs war. Die Einzelheiten warum und wie das Gespräch verlaufen ist werden jetzt hier einfach zu lang, aber Rodney hat mir zwischendurch in einem günstigen Moment gesagt, dass der Typ nicht gut für mich sei und der Typ hat sich nach dem Gespräch lautstark über Rodney aufgeregt, dass dieser ein schlechter Mensch sei. Gerade als er sich noch aufregte, kam Rodney mit dem Auto und meinte nur kurz „steig ein“. Ich fühlte mich zwar sehr schlecht in das Auto eines fremden einzusteigen, aber ich wusste auch nicht, wie ich den Typen sonst los werde. Er schaute ziemlich enttäuscht als ich ins Auto stieg und ich glaube er wollte mir wirklich nur zeigen, wie schön Nassau ist, aber ich habe mich so unwohl gefühlt, weil er auch permanent sagte, wie sehr er mich lieben würde, dass ich einfach nur weg wollte. Rodney war deutlich ruhiger und entspannter. Aber er kommunizierte sehr schlecht wo genau wir denn hin fahren und da ich ihm ja nicht einfach so vertrauen konnte, verfolgte ich mit google maps sehr genau, wo wir gerade waren. Er hatte anscheinend selber schon einen groben Plan für die nächsten 2 Stunden und nahm mich einfach mit.

Er war Schulleiter von einer Eliteschule für Basketballer und außerdem politisch aktiv. Er zeigte mir die Schule und wie die Kinder hier lernten. Dann fuhren wir bei seiner Mutter vorbei. Zwischendurch zeigte er mir eine kleine Klippe, von der man auf die Stadt runter schauen konnte und dann holten wir drei Jungs aus seiner Schule ab, die wir mit zu einer alten Verteidigungsanlage nahmen. Die Jungs mussten fünf mal um die Anlage laufen und hätten eigentlich Basketballtraining mit Rodney gehabt. Das hat er wegen mir anscheinend ausfallen lassen. Anschließend meinte er auch jetzt in seiner Zeiteinteilung frei zu sein und wir fuhren zum Atlantishotel, wo ich eigentlich morgens schon hin wollte. Jetzt war es nachmittags. Er hatte auch dort schon mal 2 Jahre gearbeitet und mich durch Kontrollen geschleust, ohne dass ich irgendwas davon gemerkt habe. Er hat halt immer mal kurz mit irgendwelchen Angestellten gesprochen. Erst als wir dann an 2 riesigen Wasserrutschen standen, von der die eine in einer Plexiglasröhre durch ein Haifischbecken lief, wurde ich stutzig, ob wir wirklich noch in öffentlichen Bereichen waren. Ich wusste, dass der Eintritt normaler weise 120 Dollar kosten sollte und leider hatte ich keinen Bikini unter. Generell war die Anlage super schön und ich habe sie sehr genossen. Da zeigen aber die Bilder mehr als Worte und ich kann nur schreiben, dass es viele sehr große und beeindruckende Aquarien gab.

Abends brachte er mich dann nach hause. Es war im Endeffekt ein schöner Tag, aber super anstrengend, weil ich dauerhaft sehr konzentriert war, ob ich mich nun in Gefahr befinde oder nicht.

Ich hatte zwei deutsche Nachbarn, Ahmed und Ela, die genau wie ich drei Nächte gebucht hatten. Mit denen Plante ich gemeinsam den nächsten Tag. Wir wollten uns einen Strand anschauen. Als wir da ankamen, stellten die beiden aber fest, dass sie gestern an einem viel schönerem Strand als diesen waren und so beschlossen wir nach einer halben Stunde schon, wieder zurück ans andere Ende der Stadt zu fahren. Da das Busfahren aber doch sehr anstrengend war nahmen wir lieber das Wassertaxi, als wir die Möglichkeit dazu hatten. Dieser Strand war toll. Ahmed hatte 1,5 Stunden Jetskifahren gebucht. Zuerst nahm er Ela mit, die aber nach 20 min schon zum Strand zurück wollte und dafür hat er mich dann mitgenommen. …freu… Oh das war toll! Zwischendurch tauschten wir sogar und ich durfte fahren. Anschließend gingen wir noch durch das Atlantishotel, weil ich den beiden all die schönen Aquarien zeigen wollte und dann stellten wir auch fest, wo die ganzen Kontrollen waren und dass wir da leider nicht rein kamen. Aber vom öffentlichen Bereich aus konnte man auch schon viel sehen! Die günstigste Nacht in diesem Hotel hätte übrigens mal eben 400 Dollar gekostet.

Naja, um 5 Uhr morgens fuhr ich dann gemeinsam mit den beiden zum Flughafen. Ela und Ahmed flogen noch weiter nach Exuma, wo die Bahamas wirklich genau so sind wie man sie sich vorstellt. Traumhafte Strände, viele große Echsen am Strand, riesige Seesterne Delphine, schwimmende Schweine, etc. Dieses Bahamafeeling hat natürlich auch seinen Preis. Aber vielleicht werde ich es mir einfach später in meinem Leben mal anschauen.

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