Island

Super beeindruckende Landschaften, aber das Wetter ist immer ein Risiko.

Am 2.4. bin ich in Island angekommen. Ich war sehr froh schon vorher einen Mietwagen gebucht zu haben. Als ich raus schaute stürmte es so heftig, dass man kaum gerade aus gehen konnte. Eigentlich musste man sich schief gegen den Wind lehnen um vorwärts gehen zu können. Und mein Rucksack bot eine große Angriffsfläche. Zudem stellte ich fest, dass man hier nur verhältnismäßig langsam von A nach B kommt. Meistens ist maximal 90 km/h erlaubt und viel schneller möchte man bei den Schlaglöchern auch wirklich nicht fahren. Ich beschloss die Landschaft nur vom Auto aus zu genießen, denn das Auto zu verlassen wurde sehr schnell sehr ungemütlich. So brauchte ich dann fast 4 Stunden zum Parkplatz des Geysir beschloss dort im Auto zu schlafen. Das Zelt aufzubauen wäre Unsinnig gewesen. Außerdem war ich todmüde von der Fahrerei. Ich fahre generell nicht gerne lange Strecken alleine und schon gar nicht, wenn ich dauerhaft meine Steißbeinprellung spüre.

Nachts habe ich ein Klopfen aus dem Boden gehört. Das war irgendwie schon etwas unheimlich. Und ich brauchte eine Weile bis ich verstand, dass es wirklich aus dem Boden unter mir kam. Als ich morgens aufgewacht bin prasselte gerade mal kein Regen auf das Auto. Freudig sprang ich aus dem Auto und machte mich auf den Weg zum Geysir. Es hat immerhin 5 Minuten gedauert, bis es wieder angefangen hat zu regnen. Der Stokkur Geysir war mit etwa 20 m sehr beeindruckend, nur

Stokkur Geysir

die Fotos wirken leider nicht, weil weißes Wasser vor einem weißen Himmel keinen Kontrast bietet. Nebendran gibt es einen noch größeren Geysir (~70 m), der auch in regelmäßigen Zeitabständen ausbrechen soll. Angeblich alle 40-60 Minuten. Ich habe mir den Arsch abgefroren! Zum Glück musste ich nicht alleine warten. Denn als ich rüber ging, wartete dort schon einsam und allein Julio. Gemeinsam hielten wir noch 50 Minuten aus ohne das etwas passierte. Naja, so haben wir uns ganz gut kennen gelernt. In dem Fall passte der Spruch: „geteiltes Leid ist halbes Leid“ sehr gut! Julio ist ein Mexikaner der in Canada lebt und gerade deutsch lernt. Eine ziemlich perfekte kombi, da wir überwiegend deutsch sprachen, ab und zu nur auf englisch auswichen. Er übersetzte mir einzelne Begriffe auch immer gleich auf spanisch, damit ich das schon mal anfing zu lernen. Der Sprachlerneffekt war so für uns beide sehr gut. Da mir zu beginn der Reise Englisch noch sehr schwer viel, war es ein sehr entspannter Start, mit einem Deutsch – Englisch Mix.

Wir verabschiedeten uns von einander. Doch eine Stunde später traf ich ihn schon wieder. Da stand er am Gullfoss Wasserfall.

Gulfoss

Wobei der Zufall eigentlich nicht so groß war. Es gibt in Island über große Entfernungen nicht so viel besonderes zu sehen. Es sind vielmehr die Landschaften selber die so wirken, dass sie das Land zu etwas so besonderem machen. Und meistens gibt es auch nicht mehr als 2 Straßen, die man nehmen könnte, so dass man eigentlich zwansläufig in die gleiche Richtung fährt. Wir fanden es trotzdem sehr lustig, als wir feststellten, dass wir ein und die selbe
Route geplant hatten und beschlossen in Kolonne weiter zu fahren, um uns den nächsten Wasserfall anzuschauen. Außerdem gab Julio mir ein Ladekabel mit Autoadapter und rettete mich damit aus meiner Stromknappheit. Der USB Anschluss in meinem Leihwagen war natürlich defekt. Und Google Maps braucht verdammt viel Strom. Julio hatte er ein Appartment in Reykjavik und bot mir an meine Isomatte lieber dort hin zu legen statt mein Zelt aufzubauen. Das Appartment hatte auch noch eine Fußbodenheizung!!! =) Ein Traum! Insgesamt konnte ich sogar 2 Nächte bei ihm bleiben, bis er wieder nach Canada flog.

Am nächsten Tag schien die Sonne! Überrascht freuten wir uns auf die Whale watching Tour, die wir für diesen Tag gebucht hatten. Dachten aber noch nicht an die Überbleibsel des Sturmes. Als wir gerade mal 20 Minuten unterwegs waren fingen die ersten Passagiere schon an sich zu übergeben. Das Boot war scheinbar etwas zu klein für die riesiegen Wellen. Als es mir noch gut ging sah ich einen kleinen Delphin, der genau vor dem Boot aus dem Wasser sprang. Das war eigentlich mein Highlight der Tour, da ich kurz danach auch über der Tüte hing. Irgendwo hat man wohl einmal kurz einen Wal gesehen, aber andere Leute haben uns erzählt, dass das nur für ein paar Sekunden war. Also habe ich ziemlich viel Geld eher für eine weight watchers Tour statt für eine Whale watching Tour ausgegeben.

Am nächsten Tag musste Julio leider schon zum Flughafen, so dass ich mich alleine auf den Weg in den Pingvellir national Park machte. Der war wirklich schön und die Felsen waren wie richtig gute Kletterfelsen. Unterwegs fand ich Tierspuren im Schnee, die sich sehr eindeutig nur auf den Wegen bewegten. Da ich eh kein Ziel hatte folgte ich einfach den Spuren ohne fest damit zu rechnen, wirklich was zu finden, bis ich plötzlich vor einem Widder stand. An den konnte ich bis auf 5 Meter herangehen. Dann wirkte das Tier so nervös, dass ich umkehrte.

Der Hike im Pingvellir NP hatte etwas meditatives für mich. Ich war weit und breit allein in einer verschneiten Gegend mit permanentem leichten Nieselregen. Das hört sich schon beim Lesen so ungemütlich an, dass einem ein bisschen kalt wird. Doch solange man sich bewegt, ging es und es ist irgendwie was besonderes mal so ganz alleine zu sein. Ich bin 2 Stunden einfach in irgeneine Richtung gelaufen, ohne einen anderen Menschen auch nur sehen zu können.

Anschließend fuhr ich noch zu der blauen Lagune die in der Nähe des Flughafens liegt und beschloss die Nacht lieber im warmen Flughafen statt im Auto zu verbringen. Es ist krass, wie unterschiedlich die Landschaften in Island sind. Man kommt mal eben aus einer Schneelandschaft und wenige Minuten später ist man im Hobbitland.

blue lagoon

 

Island ist grundsätzlich ein Land mit beeindruckenden Landschaften und wenn man nicht gerade wie ich einen fetten Sturm erwischt, hat man normalerweise alle vier Jahreszeiten in einem Tag. Das heißt gerade scheint noch die Sonne, kurz darauf schneit es und danach regnet es wieder. Das hat den Vorteil, dass man sich zumindest fast sicher auf mindestens 30 Minuten Sonne am Tag freuen kann. Allerdings ist Island auch unheimlich teuer. Campen ist die einzig bezahlbare Unterkunft und essen tut man auch automatisch weniger. Selber kochen ist dann im warsten Sinne des Wortes Gold wert, wenn ein kleiner Bürger mit einer Cola schon 40 Euro kostet. Julio und ich haben daher nur ein mal für gleich 2 Tage gekocht.

 

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