Uyuni (05.08-08.08)

Boliviens Wüsten sind atemberaubend. Bei dem Anblick der Flamingos vergisst man den Rest der Welt!

Zwei Tage später kam ich im Süden von Bolivien in Uyuni an, wo ich schon wusste eine 3 tägige Tour zu machen. Die Berichte die ich sogar in Kolumbien über diese Tour gehört hatte, waren zuuuu gut! In Uyuni sind die Strukturen perfekt an die Touristen angepasst und entsprechend gut organisiert. Der Bus kam morgens um 7 an, hält direkt vor den Agenturen und um 10:30 starteten die Touren. Man hatte also genug Zeit noch kurz zu den öffentlichen Duschen zu gehen, die nur 5 min entfernt sind und über den Markt zu schlendern, falls man noch etwas braucht.

Die Südamerikaner feiern sehr gerne und es gibt entsprechend viele Feste. Scheinbar Reise ich immer gerade von einem Ort mit Feiertagen zum nächsten. Das ist wirklich schrecklich, weil Feiertage immer gleichzeitig Probleme bedeuten. Meist ist es ja mit Verkehrschaos und doppelten – dreifachen Preisen getan, aber in Uyuni kam unser Fahrer leider stockbesoffen zur Arbeit. Die Agentur schaffte es innerhalb einer Stunde einen neuen Fahrer zu organiesieren und stellte mir dann frei mehr für den nüchternen Fahrer mehr zu bezahlen, oder die Tour erst am nächsten Tag zum normalen Preis zu bekommen. Hier läuft die Welt leider etwas anders. Die Agentur könne ja nichts dafür, wenn der Fahrer betrunken ist, also müssen die Touristen zahlen.

Trotzdem ist Bolivien ein tolles Land mit meiner Meinung nach sehr netten Leuten. Viele andere Touristen haben mir berichtet, dass sie die Bolivianische Mentalität nicht so mögen würden. Vielleicht war es gut mit dieser Einstellung hier her zu kommen, weil ich so positiv überrascht wurde.

Die Touren in Uyuni finden immer mit nur 6 Leuten statt, was sehr angenehm war. Wir waren eine coole Gruppe aus deutschen und Südamerikanern, so dass nur deutsch und spanisch gesprochen wurde. Grundsätzlich ist mein spanisch mittlerweile besser, als ich selbst es mir zugetraut hätte. =) Blöd ist nur, dass ich gerade jetzt, wo es anfängt Spaß zu machen sich auf spanisch zu unterhalten, schon wieder fliege.

Die Salzwüste liegt in 3600m Höhe und normalerweise hat man dort ein paar cm Wasser, so dass man super schöne Spiegelungen hat und geile Fotos machen kann. Darauf habe ich mich schon seit 2 Monaten gefreut und war dann etwas enttäuscht, als der Guide uns erklärte, dass es im Winter generell sehr trocken ist und es leider gerade selbst die zuverlässigsten Wasserstellen ausgetrocknet sind. Naja, dann werde ich wohl noch mal nach Südamerika reisen müssen.

Aus den Salzblöcken bauen sie ganze Häuser und Statuen, die schon beeindruckend aussehen. Die erste Nacht schliefen wir in einem Salzhotel, was relativ ok war. Während der Touren schläft man meist nur in sehr schäbigen Unterkünften. Es gab sogar Duschen im ersten Hotel, aber für warmes Wasser musste man extra bezahlen.

Irgendwie fühlte man sich aber ein bisschen wie bei einer Kur, weil die Luft sich so „sauber“ anfühlte. Und zwar aus zweierlei Gründen. Einerseits verbinde ich diese salzig trockene Luft mit einem Kururlaub und andererseits ist die Luft sonst überall so schlecht, weil es quasi keine Katalysatoren oder Filter in den Autos gibt. In den Bergen sind die Böden oft so staubig, dass ich auch dort oft meinen Buff über die Nase ziehe um nicht so viel davon einzuatmen.

Den zweiten Tag fuhren wir von einer Lagune zur nächsten. Die lagen alle so in 4500m Höhe. Rings herum waren nur sehr trockene Wüstenlandschaften. In den Lagunen waren Flamingos! Bei der ersten Lagune war ich noch total aufgeregt und verpasste fast das Mittagessen, weil ich so sehr damit beschäftigt war ein möglichst gutes Foto zu machen. Bei der nächsten Lagune waren dann mehrere 100 Tiere und ich war noch viel freudiger! Es ist schön, wenn es von Ort zu Ort immer noch besser wird. Unterwegs sahen wir außerdem viele andere Tiere deren Namen ich mir leider nicht merken konnte. Zum Beispiel sahen wir eine ganze Herde von Tieren, die aussahen wie eine Mischung aus Gazelle und Kamel, einen Wüstenfuchs, jede menge Flamingos, Lamas, Alpakas und Suris (Straußenähnliche Vögel).

Am Abend erreichten wir eine Lagune, die durch Algen in ein super schönes rot verfärbt wurde. Natürlich auch wieder mit Flamingos. Unser nächstes Hotel war in 4900m und natürlich auch direkt vor einer Lagune, die ausnahmsweise mal nicht so spannend war. Als wir gerade auf das Essen warteten und überlegten, wie wir uns am besten gegen die Kälte der Nacht wappneten, kam jemand der und meinte wir müssen unbedingt kurz raus kommen. Da muss schon was echt tolles auf uns warten, um bei -8° raus zu gehen. Aber es hat sich gelohnt. Ich kann es natürlich nicht mit Gewissheit sagen, aber wahrscheinlich habe ich den größten Mond meines Lebens gesehen und er stand so über dem See, dass die Spiegelung echt toll aussah. Leider stand da so eine kleine Hütte im Weg, die mich auf den Fotos gestört hat und so musste ich gute 15 Minuten gehen, um eine schönere Perspektive zu haben. Dabei habe ich einen Moment gefunden, wo 2 Flamingos genau im Mondschein standen. Ein unheimlich schönes Bild, das ich so schnell nicht vergessen werde. Leider hatte ich kein Stativ und kein Zoomobjektiv dabei, als dass ich davon ein gutes Foto hätte machen können.

Den dritten Tag fuhren wir morgens auch sehr früh los, um uns mehrere Geysire anzusehen und danach ging es weiter zu heißen Thermen. Die Außentemperaturen lagen vielleicht etwas über 0°, aber das Wasser hatte mindestens 38°. Da hatten wir eine gute Zeit!

Anschließend ging es noch weiter zu mehreren vulkanischen Gesteinen die auch ziemlich cool waren und dann wieder zurück nach Uyuni. Alles zusammen war schon sehr viel, so dass man es auch locker auf 4 Tage hätte aufteilen können. Gerade auch weil alle Strecken zwischen den Attraktionen selber schon so schön waren, dass man mit dem Auto eigentlich viel zu schnell dadurch fährt. Perfekt wäre es eigentlich eine Radtour zu machen, sofern man mit der Kälte zurecht kommt. Wenn man langsamer unterwegs ist kann man auch all die Eindrücke viel besser speichern.

Anschließend ging es zurück nach Uyuni und direkt in den Bus nach La Paz.

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