Bogota (09.06.-12.06.)

Hier ist jeden Tag Verkehrschaos! Deswegen gibt es sogar doppelspurige Busspuren. Hier ist eben eine andere Welt!

Mittags bin ich in Bogota gelandet. Im Flugzeug habe ich einen Schweizer kennengelernt, mit dem ich gemeinsam in die Stadt fahren wollte, weil er 6 Stunden Aufenthalt in Bogota hatte. Allerdings war irgendeine Veranstaltung in der Stadt, weswegen sämtliche Straßen gesperrt wurden und die Busse bis zum Ende der Veranstaltung nicht gefahren sind. Es hätte auch keinen Sinn gemacht in den Bus einzusteigen, weil die Autos sich bis in den Flughafen hinein stauten und es dann keinen Meter weiter ging. Mittlerweile hatten wir auch noch einen Argentinier kennen gelernt und warteten vier Stunden im Flughafen. Aber wir hatten eine lustige Zeit zu dritt. Leider war es dann schon abends, bis ich am Hostel ankam. Lukas hatte spontan entschlossen im gleichen Hostel wie ich zu übernachten, was mich sehr gefreut hat, weil ich dann nicht alleine im Dunkeln durch die Stadt gehen musste. Da ich noch hungrig war suchten wir nach etwas essbarem und haben leider eine ganz schlechte Entscheidung getroffen, nach der uns beiden schlecht war. Lukas hatte einen Burger, der mega gut aussah, aber gutes Aussehen hat das essen leider nicht besser gemacht. Ich hatte Kartoffeln mit Mais und Pilzen bestellt. Leider waren mit Kartoffen Chips gemeint, darauf Mais der in Butter und Käse ersoffen wurde und die paar Pilze oden drauf konnten leider auch nichts mehr retten. Es war nur fettig und eklig und nach ein paar Pilzen und ein paar Maiskörnern habe ich lieber auf essen verzichtet. Und dass ich essen wegschmeiße soll schon was heißen.

Am nächsten Tag traf ich mich mit Fernando. Eine Freundin aus Deutschland hat mehrere Bekannte in Bogota und hat das für mich organisiert, damit ich wenigstens am ersten Tag eine Begleitung habe. Voll lieb von ihr! Darüber habe ich mich echt gefreut.

Fernando lebt seit 26 Jahren in Deutschland, spricht entsprechend gut deutsch und ist gerade für 2 Monate in Kolumbien, um ein paar Sachen zu regeln.

Als Yvonne mir die Nummer geschrieben hatte wusste ich ja noch nicht mit wem ich schrieb, als wir abmachten zum Monserrate (einer Kirche auf einem Berg) hochgehen wollen. Als ich sah, dass Fernando schon 63 Jahre alt ist und der Weg zum Monserrate mit rund 1500 hm auf einem sehr steilen Weg anspruchsvoller war, als ich es vermutet hatte, hatte ich echt Respekt vor Fernando. Da er vor einigen Jahren auch schon mal Herzprobleme hatte, machte ich ihm meine Pulsuhr um und wir gingen etwas langsamer hoch. Fernandos Pulsfrequenz war aber fast die gleiche wie meine, was mich wirklich beeindruckte! Fernando ist ein Mensch der grundsätzlich an vielen Themen sehr interessiert ist und so haben wir echt sehr gute (und auch tiefgründige) Gespräche geführt. Das habe ich schon sehr vermisst, weil mein Englisch einfach noch nicht gut genug ist, um sich in tiefgründigeren Gesprächen gewählt auszudrücken. Außerdem zeigt Fernando mir die Innstadt und erklärte mir vieles zu Kolumbien und Bogota.

Am folgenden Tag bekam ich kein Internet mehr mit meinem Handy. Dementsprechend kam ich erst 1,5 Stunden später los, als ich eigentlich gedacht hatte. Aber diesen Tag ging eh mal alles in die Hose. Das Problem mit dem Handy war eigentlich sehr einfach gelöst. Ich habe Simon um Hilfe gebeten, als ich selber nichts verdächtiges in den Einstellungen gefunden habe. Mit Screenshots hat Simon mein ganzes Handy durch kontrolliert und festgestellt, dass alles super aussah. Und er keine andere Idee, als einen einfachen Neustart hätte. Und schon hat alles wieder funktioniert! Freu! Aber ich kam mir schon ziemlich dämlich vor. Naja, manchmal muss man sich auch das eingestehen…

Eigentlich wollte ich früh morgens schon im Goldmuseum sein und dann eine Stunde aus der Stadt raus fahren um eine Cathedrale die in einem alten Salzbergwerg gebaut wurde zu besichtigen. Durch die Straßensperrung fuhr aber der direkte Bus nicht, ich musste noch ein ganzes Stück fahren, um überhaupt eine offene Bushaltestelle zu finden, dann mehrfach umsteigen und im Endeffekt kam ich viel später an der Haupt Busstation in Bogota an von wo aus die Fernbusse fuhren. Das Highlight des Tages war, dass ich im Bus Diego kennen lernte. Einen 18 jährigen Kolumbianer, der sein Englisch etwas trainieren wollte. Er begleitete mich in der anderen Stadt noch bis zum Eingang des Bergwerks, weil er nicht wollte, dass ich alleine durch die Stadt gehe. Außerdem riet er mir in der Öffentlichkeit nicht das Handy aus der Tasche zu holen. Das sei zu gefährlich. Seine Körpersprache als ich das Handy in der Hand hatte, um seine Nummer zu speichern verriet mir, dass er das sehr ernst meinte.

An der Cathedral del Sal merkte ich, dass sie den Preis auf über das doppelte angehoben hatten. In meinem Lonley Planet stand noch ein Eintrittspreis von 23000 Pesos (~8 Euro) die ich auch gerne dafür bezahlt hatte. Jetzt gab es aber einen extra Preis für internationale Besucher der einfach mal 50000 Pesos kostete was unverschämt teuer ist und was ich selbst in Deutschland nicht bezahlen würde, für das, was man dort geboten bekam. Aber da ich nun 2,5 Stunden her gefahren war bin ich dann doch rein gegangen und habe mich eigentlich nur immer mehr darüber geärgert. Drinnen hatten sie nämlich die ganze Atmosphäre durch Souvenierstände zerstört und es war alles nur auf Touristenausbeute ausgelegt. Sie haben z.B. in einem kleinen Stollen super schlecht Bergkristalle und unechte Smaragde mit Zement an die Wand geklebt und dahinter eine riesige reihe aus Ständen mit Smaragdschmuck aufgebaut, dur die man natürlich hindurch gehen musste, um aus dem Stollen wieder raus zu kommen. Eine einzige echt tolle in Stein gehauene Skulptur war darin, die mich etwas ermuntert hat, weil ich so wenigstens einen Punkt hatte, für den es sich gelohnt hat da überhaupt rein zu gehen. Auf dem Rückweg stand der Bus dann zwei Stunden im Stau und in der Stadt musste ich auch wieder mehrere unterschiedliche Busse nehmen, so dass ich genau um 18:05 am Goldmuseum ankam, dass um 18h geschlossen wurde. Und morgen war es den ganzen Tag geschlossen… Naja der Tag war eh im Eimer und da kann man auch alles was schief läuft in den gleichen Tag packen.

Auf der langen Busfahrt mit dem Stau saß ich im Bus neben einer älteren Frau, die sich die Zeit genommen hat mit mir langsam zu reden. Sie sprach wirklich kein Wort englisch, was für mich zum üben super war. Als ich im Bus mein Handy nahm, um eine Vokabel nachzuschlagen, reagierte sie noch viel energischer als Diego und sagte, dass ich das auf keinen Fall tun dürfe. (nicht mal im Bus? Dachte ich mir…) Aber das zeigte mir wirklich deutlich, wie vorsichtig ich hier sein muss. Dementsprechend wird es leider auch in Südamerika deutlich weniger Bilder geben. Mein Handy hole ich wirklich nur noch im Notfall raus und am besten dort, wo mich wenige Menschen sehen.

Am Montag stellte ich fest, dass sogar die große Kirche am Plaza de Bolivar nur Sonntags geöffnet war. In Bogota gab es nicht mehr viel zu sehen.

Den Bus nach San Gil wollte ich gerne erst abends nehmen, weil ich mir dann die Kosten für die Nacht sparte und im Bus schlafen konnte. Also ging ich zurück ins Hostel und beschäftigte mich endlich mal damit etwas spanisch zu lernen und mit dem Blog wirklich im Time zu sein!!! Mein Bus fährt erst in zwei Stunden.

In dem Hostel hier in Bogota habe ich eine wirklich gute neue Freundin kennen gelernt. Egal wann und wo ich mich irgendwo hinsetze kommt sie nämlich zum schmusen zu mir und das Hostelpersonal kam schon zu mir und fragte mich was die Katze bloß morgen ohne mich machen würde. Von anderen Hostelbesuchern wurde ich mehrfach gefragt, ob das meine Katze sei und wie es denn ist mit einer Katze zu reisen. Ich werde sie auch sehr vermissen! Am liebsten würde ich sie einpacken. Jemand anders hatte sie irgendwann mal mitgebracht und dort einfach zurückgelassen. Seit dem lebt sie mit den beiden älteren Katzen gemeinsam im Hostel. Leider wird die kleine weiße Mischi von den anderen beiden oft geärgert. Die beiden großen schmusen auch mal, aber die kleine fauchen sie an, wenn sie dazu kommen möchte.

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