Nepal

Es gibt doch noch weitere Berichte… dieser wird nach und nach geschrieben und direkt veröffentlicht…

Eigentlich hatte ich geplant Fabian meinen Laptop nach Deutschland mitzugeben. Am letzten Tag habe ich dann jedoch beschlossen meinen Laptop weiterhin mit zu nehmen, um euch auch die letzten Berichte noch nachträglich schreiben zu können.

Den zweiten Weihnachtstag habe ich überwiegend am Flughafen oder im Flugzeug verbracht. Als ich abends endlich verspätet in Kathmandu ankam, war ich überglücklich in meinem Land der Berge angekommen zu sein! Meine Freude wurde jedoch sehr schnell gebremst, als in nach nur 30 Minuten schon ausgeraubt wurde. Der Bus vom Flughafen war super voll und man konnte sich quasi nicht mehr bewegen. Ich hatte meine Umhängetasche vor mir und sogar meine Hand darauf. Habe sie aber kurz herunter genommen, als ein Mann seinen Rucksack über meine Tasche hob. In Nur einer Bewegung öffnete er meine Tasche und zog mein Portmonaie heraus. Ich realisierte es direkt und rief laut, dass er mein Portmonaie habe. Da er selbst auch nicht so schnell aus dem Bus heraus kam, lies er es zum Glück fallen, so dass ich es aufheben konnte. Eigentlich habe ich normalerweise meine Kreditkarten von meinem Geld getrennt, aber da ich nur 5 Minuten zuvor am Geldautomaten war, hatte ich gerade alles zusammen. Noch ziemlich geschockt und mit weichen Knien flüchtete ich erstmal aus dem Bus.

Es tat gut etwas zu Fuß zu gehen. Und nach ein paar Straßen stieg ich in den nächsten Bus ein. Da kam direkt eine Frau zu mir, die mir „helfen“ wollte, obwohl ich ihr sagte, dass ich genau wisse wo ich hin will und wie ich dahin komme. Sie bat mich ihr auf meinem Handy zu zeigen, wo ich hin müsste. Das tat ich noch, aber sie kam mir insgesamt etwas komisch vor. Ich habe mein Handy natürlich nicht aus der Hand gegeben, als sie danach gegriffen hat. Es war deutlich, dass sie Zeit schinden wollte. Sie gab auf ihrem Handy nur drei Zahlen ein, um einen Fakeanruf zu tätigen in dem sie angeblich nach der Telefonnummer meines Hostels fragte. Ich hatte die Nummer auf einem Zettel in meiner Tasche notiert. Als ich sah, dass sie eine vollkommen falsche Nummer notierte, sprang ich an der nächsten Haltestelle sehr spontan aus dem Bus. Ich war froh, dass sie mir in diesem Moment nicht folgte. Auf der Straße wird man die Leute unheimlich schlecht los, weil sie einem einfach nachlaufen. Ich war jetzt etwas ängstlich noch mal in einen Bus einzusteigen und überlegte, ob laufen eine bessere Option sei. Am Flughafen waren Milionen Taxis, aber gerade hier war natürlich nichts, außer einer ziemlich dunklen Straße in einem eher ruhigeren Stadtbereich. In solchen Stadtbereichen würde ich mich normaler Weise niemals im dunkeln bewegen ohne mich nicht mindestens gut über den Bereich informiert zu haben. Ich hatte natürlich keine Informationen und dementsprechend unwohl habe ich mich gefühlt. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass ich wahrscheinlich nicht verfolgt wurde, aber aus der Situation heraus habe ich etwas Verfolgungswahn bekommen und als ich nur noch 10 min von meinem Hostel entfernt war, habe ich für die letzten 2 Straßen doch noch ein Taxi genommen. Ich kontrollierte die ganze Taxifahrt mit GPS, wo der Taxifahrer lang fuhr. Beim einsteigen habe ich ihm auch nur gesagt, dass ich ihm sage, wo er lang fahren soll. Ich war super erleichtert, als in in meinem vollkommen herunter gekommenen Hostel angekommen war, legte mich ins Bett und schlief erstmal 12 Stunden. Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nicht so schlimm gefühlt und der Gedanke nach mit all meinen Wertsachen nach draußen zu gehen oder meine Wertsachen im Hostel zu lassen hat mir regelrecht Bauchschmerzen bereitet. Es dauerte fast drei Stunden, bis ich selbst mich überwinden konnte raus zu gehen.

Erstmal dachte ich, dass jeder der nett zu mir ist irgendeinen bösen Hintergedanken hat. Ein Juwelier, der meine Kette von Mama sehr interessant fand quatschte munter drauf los und erzählte mir seine Lebensgeschichte. Ich brauchte wirklich lange, um ihm ein bisschen zu vertrauen. Er versuchte mir nichts zu verkaufen, was mir auch komisch vorkam. Im Endeffekt habe ich fast 2 Stunden mit ihm gequatscht. Er hat mir viel über sich selbst und Nepal erzählt und dass es sehr ungewöhnlich sei, dass mir zwei solcher Situationen direkt hinter einander passiert sind. Als ich mir was zu essen suchte lernte ich Viplav kennen. Einen Nepali, der mir anbot, mir bei allem zu helfen, was ich organisieren müsse. Auch bei ihm war ich sehr skeptisch und habe ihn genau beobachtet, weil ich meine Sachen lieber alleine organisiert hätte. Bin ihn aber „zum Glück“ nicht los geworden. Er zeigte mit einen Garten mitten in Kathmandu, wo sich eine ganze Gruppe von bunt zusammengewürfelten Leuten jeden Abend am Lagerfeuer traf. Ich war sehr froh, dass es nicht nur Nepalis waren und im Endeffekt war es ein Niederländer durch den ich wieder Vertrauen in die Nepalesen gewann. Er ist seit 3 Jahren in Nepal und erklärte mir, dass weder Viplav noch der Juwelier irgendwas anderes im Kopf hatten, als ein schönes Gespräch oder um mir zu helfen. Es ist schwierig zu beschreiben, da die Mentalität noch anders ist die der Neuseeländer, denen man blind vertrauen kann. Bei manchen Leuten in Nepal muss man schon aufpassen, aber man kann sie auch nicht gleich für schlechte Menschen halten, wenn sie „zu“ freundlich sind. Viele Menschen sind unglaublich lieb, auf eine art und Weise, die ich von nirgendwo anders auf der Welt kenne. Im Endeffekt fühle ich mich hier super wohl und habe unglaublich tolle Erfahrungen gemacht.

Nach drei Abenden am Feuer war es schon komisch sich von den Leuten für die nächsten 2 Wochen zu verabschieden. Jetzt gerade bin ich nach Pokhara gereist, um hier Silvester zu feiern und morgens um 6 mit dem Bus zum Start des Anapurna Circuit zu fahren. Der erste Tag wird sehr hart!!! =) Am 15.1. muss ich wieder zurück sein. Bis dahin werde ich wahrscheinlich nicht erreichbar sein.

Ich wünsche euch allen ein wunderbares neues Jahr mit tollen Erlebnissen! Wenn ihr anfangt zu feiern, muss ich schon aufstehen…

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